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Lutherstadt Wittenberg: Das Flüchtlingsheim Möhlau liegt isoliert im Wald und ist für die Bewohner keineswegs eine Idylle. Die abgeschiedene Lage, einen Kilometer von den letzten Häusern der Gemeinde Möhlau entfernt und nur schwer durch unzureichende Frequenz des Personennahverkehrs zu erreichen, lassen die Vermutung einer nicht gewollten Integration aufkommen. Wenn man sich die Unterkünfte vor Ort einmal genauer anschaut, kann jeder für sich selbst schlussfolgern, dass man unter solchen Bedingungen wohl nicht freiwillig leben möchte. Nachdem ein Irakischer Flüchtling aus noch ungeklärter Ursache am 30. Juni mit schwersten Brandverletzungen aus dem Heim in ein Bitterfelder Krankenhaus gebracht werden musste, fühlen sich die Bewohner des Flüchtlingsheims zusätzlich isoliert, bedroht und traumatisiert.
Aus diesem und anderen Gründen gab es, nachdem im August eine Demonstration gegen das Flüchtlingsheim stattfand, eine weitere Veranstaltung die die Zustände im Flüchtlingsheim Möhlau thematisierte, denn von den Bewohnern wird schon länger die Schließung des Asylheims und die Unterbringung in Städten und Gemeinden gefordert. Desolate Wohnzustände, teilweise teilen sich mehrere Familien eine Küche, zwei Wohnräume dienen 10 Personen und mehr als Unterkunft und monatlich kassiert der Vermieter des ehemaligen Militärgeländes für die Bereitstellung 40. 000 Euro von der Kreisverwaltung Wittenberg. Geld, welches nur für die Miete genutzt wird? Die Thematik Asylbewerberheim und dessen Schließung wurde am Dienstag auf einer Podiumsdiskussion in der Evangelischen Akademie diskutiert. Hier war es möglich, mit verschiedensten Leuten und unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten zu debattieren. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Tobias Thiel. Neben den Vertretern des Land- und Kreistages, der Integrationsbeauftragten Susi Möbbeck und dem Vorstandsvorsitzenden des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalts e.V. Dr. Christoph Kunz waren auch die beiden Bewohner Salomon Wantchoucou und Toure Dramane des Flüchtlingsheims vertreten und stellten sich den Fragen der Besucher. Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung machte die Problematik an der Gesetzgebung fest und sagte, dass den Behörden hier die Hände gebunden seien. Der Landkreis wird diese Thematik, Asylbewerberheim Möhlau, noch einmal näher betrachten. Wichtig ist allerdings, dass alle Parteien an dieser Stelle einen ruhigen Kopf bewahren, denn Schuldzuweisungen und weitere Vorwürfe dürften das Problem im Asylbewerberheim Möhlau nicht lindern.
[rbwAKTUELL 04.11.09]
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