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Köthen: Nachdenkliche Stimmung herrschte am Abend des 17. Mai hoch oben in der Türmerwohnung der Jakobskirche in Köthen. Denn an diesem Tag wurde hier die Ausstellung „Die Weiße Rose“ eröffnet. Als Kreis von Freunden und Kommilitonen, unter ihnen die bekannten Vertreter Hans und Sophie Scholl, war die weiße Rose von 1942 bis 1943 eine Widerstandsgruppe während der NS-Diktatur. Und diese Menschen inspirierten die Künstlerin Sabine Rudolph aus Kronberg bei Frankfurt am Main zur Gestaltung ihrer Porträts der Widerstandskämpfer
Ihre aufrichtigen Taten mussten die meisten Mitglieder der weißen Rose mit ihrem Leben bezahlen, wie auch Sophie und Hans Scholl, welche gemeinsam mit Christoph Probst am 22. Februar 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag mit dem Fallbeil hingerichtet wurden. Für die Gestaltung der Portraits in Öl auf Leinwand nutzte Sabine Rudolph nur wenige private Fotos der Mitglieder der Widerstandsgruppe. Zusätzlich studierte sie Briefe, Verhörprotokolle und las zahlreiche Biografien. Dabei erfuhr sie derartig viel über das Wesen der Widerstandskämpfer, dass ihre innere Ergriffenheit ihr auch den Pinsel führte. Vor allem Willi Graf, welcher bis zu seiner Hinrichtung im Oktober 1943 monatelang verhört wurde, wuchs Sabine Rudolph dabei besonders ans Herz. So übrigens auch der aktuelle Ort ihrer Ausstellung, deren Wahl für die Künstlerin durch einen Zufall zustande kam.
Vor allem Schulklassen und Gruppen sind herzlich eingeladen, sich die Ausstellung „Die Weiße Rose“ anzusehen. Diese wird noch bis zum 31. Juli in der Türmerwohnung verweilen. Ein Grund mehr also, die knapp hundert Stufen in der Jakobskirche emporzusteigen.
[rbwAKTUELL 21.05.13]
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