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Ein weiteres Projektjahr geht zu Ende – „Vielfalt tut gut“, das Bundesprogamm

rbwAKTUELLAnhalt-Bitterfeld: Seit dem 1. Januar 2007 existiert das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“. Ziele sind, Verständnis für die gemeinsamen Grundwerte und kulturelle Vielfalt zu entwickeln, die Achtung der Menschenwürde zu fördern und jegliche Form von Extremismus zu bekämpfen. Von einem Budget im Wert von 19 Millionen € jährlich werden diverse Modell- und Schulprojekte unterstützt. Auch 2009 wurden im Rahmen von „Vielfalt tut gut“ wieder bestimmte Projekte in vielen verschiedenen lokalen Aktionsplänen durchgeführt, insgesamt wurden 90 Lokale Aktionspläne, davon 60 in den neuen und 30 in den alten Bundesländern, sowie 89 Modellprojekte unterstützt. Der lokale Aktionsplan, kurz LAP, Anhalt-Bitterfeld ist einer der vielen und erhielt auch diesmal finanzielle Unterstützung aus dem Bundesprogramm, um 6 Projekte aus der Taufe heben zu können. Mit dem Lokalen Aktionsplan will der Landkreis die integrierte Projektarbeit fortsetzen und ausbauen, um den Landkreis, insbesondere die Region Bitterfeld-Wolfen, als weltoffenen und toleranten Lebens- und Wohnort zu etablieren. In diesem Jahr hatte Anhalt-Bitterfeld 100.000 Euro von „Vielfalt tut gut“ erhalten. Landrat Uwe Schulze übergab am 12. März die Fördermittelbescheide in Höhe von 85000 Euro für 5 Projekte. Die restlichen 15.000 Euro wurden nach der folgenden Tagung des Begleitausschusses vergeben. Fremdenfeindlichkeit ist ein Thema, das uns nicht mehr loszulassen scheint. Immer wieder kommt es zu Straftaten, in denen Rassismus und Intoleranz eine wesentliche Rolle spielen. Um schon die Jüngsten mit Toleranz und dem Demokratiegedanken vertraut zu machen, wurde ein Projekt in der Sekundarschle Muldenstein verwirklicht. Am 27. März strömten zahlreiche Gäste dorthin, um das Programm der fünften Klassen, das im Rahmen der Projektwoche „Miteinander leben“ entstanden war, zu erleben. Unter der Leitung von zwei Professoren und mit Unterstützung von zehn Erziehungswissenschaftstudenten der Martin-Luther Universität Halle wurde eine viereinhalb-tägige Projektwoche in den fünften Klassen der Realschule Muldenstein gestaltet. Die Besonderheit des Projektes war, dass Studenten, Lehrer und Schüler Hand in Hand arbeiten und alle Parteien voneinander profitieren. So war es für die Schüler und Schülerinnen der fünften Klassen, aber auch für die Studenten und Studentinnen der Martin-Luther Universität eine willkommene Abwechslung, etwas mehr in die Praxis und das Selbstagieren einzusteigen. Mit diesem Projekt wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Schüler zu einem Klassenverband zusammenwachsen, auftretende Konflikte eigenverantwortlich bewältigen und verantwortungsbewusst an der Gestaltung des Schullebens mitwirken können. Etwa zwei Monate später schloss sich auch schon das nächste Projekt mit dem Namen „Vielfaltfond“ an; getragen wurde dieses von dem Verein biworegio e.V.. Hierbei ging es darum, mittels eines Wettbewerbes innovative Aktivitäten und Ideen von Initiativen und Gruppen zu fördern. 10 Projekte wurden der Jury, die aus dem Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplanes gebildet wurde, am 25. Mai vorgestellt, unter anderem von der Sekundarschule „Helene Lange“, dem Europa- Jugendbauernhof e.V. oder dem Hela Sekunda Bitterfeld e.V.. Nach einer kurzen Auswertung hinter verschlossenen Türen stand der Entschluss der Jury schließlich fest. 4 Preise galt es zu vergeben. Den Sonderpreis hiervon ergatterte sich der Verein der Freunde und Förderer der Anne-Frank-Schule in Wolfen für ihr Projekt „Namensgebung 20 Jahre Anne-Frank-Schule“, bei dem die Schüler sich intensiv mit dem Schicksal Anne Frank und dem Nationalsozialismus auseinandersetzen sollen. Die 1000 Euro Preisgeld können sie da gut gebrauchen. Der 3. Platz und damit 2500 Euro gingen an den Kinder- und Jugendverein Zörbig. Er stellte das Projekt „Senörbig- Show“ vor, bei dem Jugendlichen zusammen mit Senioren eine lustige Modenschau auf die Beine stellen. 3000 Euro und Rang zwei ging an den Kunstverein Bitterfeld KREATIV, der einen offenen internationalen Workshop mit Kindern und Jugendlichen aus den Partnerstädten vorstellte. Als Sieger dieses Wettbewerbes ging schließlich der Spielmannszug Stadt Wolfen hervor, mit dem Projekt „Trommeln ist klasse- durch die Ferien getrommelt“. Für dieses Vorhaben wurden die 3500 Euro Preisgeld natürlich dringend gebraucht, schließlich sollen die Gruppen von je 30 Kindern auch angemessene Instrumente erhalten. Der Vielfaltfonds zeigte Wirkung, alle genannten Teilprojekte der Vereine und Institutionen konnten erfolgreich umgesetzt werden dank der Finanzspritze. Gleich darauf schloss sich dann ein Projekt an, das die Kreativität in den Teilnehmern weckte. Die Akademie der Künste in Berlin zu lud in diesem Jahr zum 3. Mal alle Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Bitterfeld-Wolfen und Zörbig ein, sich an dem Projekt „Kunstwelten“ aktiv zu beteiligen. Sechs Werkstätten und verschiedene Einzelveranstaltungen haben den Kindern und Jugendlichen Kreativität vermittelt und ihnen die moderne Kultur näher gebracht. Für 2009 ist auch dieses Projekt nun abgeschlossen, am 12. November wurden im Rahmen eines Abschlussfestes im Christopherushaus in Bitterfeld-Wolfen die Ergebnisse von fünf Werkstätten noch einmal präsentiert. Einzig die Tanzwerkstatt mit Lotte Rudhart fehlte, die hatte aber sozusagen schon ihr eigenes Abschlussfest gefeiert. Insgesamt hat „Kunstwelten“ vom 31. August bis zum 03. November 2009 elf Teilprojekte entstehen lassen. „Kunstwelten“ ist eine Veranstaltungsreihe der Akademie der Künste Berlin und des Kunstvereins Malerei und Grafik Bitterfeld-Wolfen in Zusammenarbeit mit der Initiative „Vielfalt tut gut“, dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, den Schulen des Landkreises, der Stadt Bitterfeld-Wolfen und der Evangelischen Kirchgemeinde Wolfen-Nord. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt von dem Bundesfamilienministerium und der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld. Etwa 300 Kinder und Jugendliche haben erfolgreich teilgenommen. Ganz abgeschlossen ist die 3.Veranstaltungsreihe „Kunstwelten“ noch nicht. Zwei Teilprojekte werden im neuen Jahr noch folgen, das wär zum Einen eine Musikwerkstatt vom 18. bis 22. Januar und zum Anderen eine Lesung mit Christoph Heim, ebenfalls am 22. Januar. Weiterhin zu erwähnen ist das Projekt „Migration der Speisen“, betreut und umgesetzt vom Jugendclub 83 Wolfen. Hierfür ging man in verschiedene Schulen nach Raguhn, Muldenstein und Roitzsch, um in den jungen Schülerinnen und Schülern die Neugier zu wecken, in den kulinarischen Spezialitäten sozusagen das „Fremde im Bekannten“ und das „Bekannte im Fremden“ zu entdecken. Man hat mit den Schülern genau analysiert, woher die jeweiligen Zutaten der Speise kommen und dabei festgestellt, dass manches deutsches Gericht überhaupt nicht typisch deutsch ist. Von den Schülern wurde dieses Lern- und Lehrkonzept begeistert angenommen und engagiert unterstützt. „Migration der Speisen“- das vierte Projekt. Um Musik als Medium zur Umsetzung eines regional brennenden Themas ging es bei dem Projekt „Vielfalt on Tour“. Hierbei wurden Akteure der Jugend-, Kultur- und Gemeinwesenarbeit dazu angeregt, zusammen mit dem Jugendverein Phönix 2000, einen Aktionstag zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Die Themenvielfalt war breit gefächert, meistens wurden regionale Brennpunktthemen gewählt. Mit diesen haben sich die Teilnehmer dann unter Anwendung von Musik und weiteren künstlerisch-kreativen Ausdrucksformen auseinandergesetzt. Das Sechste im Bunde war das Projekt „Spiel und Spaß für Behinderte und Freunde“, welches von dem Kreissportbund Anhalt-Bitterfeld getragen und in Kooperation mit unter anderem dem Bitterfelder Schwimmverein, dem Kanuclub Jeßnitz, der Silent Corner Western Fahr- und Reitgemeinschaft und den Behinderteneinrichtungen des Landkreises umgesetzt wurde. Mitte November wurden die Behinderten vom Bitterfelder Schwimmverein in das Sportbad „Heinz Deininger“ geladen. Etwa 30 Jugendliche und Frauen und Männer aus Anhalt-Bitterfeld, vorrangig aber aus dem Altkreis Bitterfeld waren erschienen, um sich auf spielerische Weise mit dem Objekt Wasser zu befassen und Kontakte zu knüpfen. Dies war ein Tag, den ein Behinderter nicht immer erleben kann, denn auch das unbeschwerte Besuchen einer Schwimmhalle ist für ihn häufig schwierig. Diese Tatsache ist auch der Hintergrund für dieses spezielle Projekt. Wichtig ist, dass auch Behinderte mehr Selbstbewusstsein entwickeln und sicherer im Umgang mit anderen Personen werden. Das waren sie also, die 6 Projekte, die im Rahmen des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ins Leben gerufen und realisiert wurden. Auch für 2010 hat man sich schon seit längerer Zeit Gedanken gemacht und ist dabei zu einem Entschluss gekommen. Man möchte an den Projekterfolgen anknüpfen, um auch weiterhin dem Rechtsextremismus, der Fremdenfeindlichkeit und dem Antisemitismus den Kampf anzusagen. [rbwAKTUELL 23.12.09]

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